Selbsttherapie und Hausmittel

Selbsttherapie und Hausmittel

Ärztliche Hilfe ist für uns heutzutage immer und überall wie selbstverständlich verfügbar, im Notfall innerhalb weniger Minuten. Unsere gesundheitliche Versorgung ist weltweit einmalig, und darauf können wir auch stolz sein. Darüber haben viele Menschen vergessen, dass sich manche einfache Gesundheitsstörung auch mit Hilfe einfacher Arzneien und Behandlungen lindern und heilen lassen. Die Selbstheilungskräfte des Körpers können durch gezielte Maßnahmen angeregt werden, so dass ein Besuch beim Arzt gar nicht notwendig wird. Im Folgenden erhalten sie Tipps für eine Selbstbehandlung bei verschiedenen Krankheitsbildern. Eines muss dabei natürlich klar sein: Die Therapie basiert immer auf der Diagnose! Wenn diese nicht stimmt, wird die Therapie versagen. Falls sie sich also nicht sicher sind oder die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg hat, dann lassen sie sich bitte ärztlich untersuchen. Manchmal genügt ein kurzer Blick, um eine verlässliche Diagnose zu stellen.

Folgende Krankheitsbilder sind durch einfache Hausmittel, frei käufliche Apothekenarzneien oder andere einfache Maßnahmen unterstützend zu behandeln.

Akne:

- Hautreinigung, um alten Talg und Cremereste von der Hautoberfläche zu entfernen
- Geeignete Gesichtspflege z. B. mit den Wirkstoffen Retinol, Benzoylperoxid oder alpha-Hydroxysäuren

Allergien:

- Entdecken und Meiden der Allergie auslösenden Substanzen (Parfüm in Kosmetika; bestimmmte Nahrungsmittel; etc.)
- Verwendung frei käuflicher Antiallergica (Cetirizin, Loratadin)

Bläschenbildendes Ekzem der Hände oder Füße:

- Bäder in Gerbstoff (Tannolact/Tannosynt; Eichenrinde; Schwarztee)
- Haut eher trocken halten
- Tägliche Pflege mit einer geeigneten Creme. Welche Creme ist oft nebensächlich.

Handekzem:

- Meiden Haut irritierender Chemikalien (Putz-, Spülmittel; Lösungsmittel, etc.),
- Regelmäßige Pflege mit Handcreme

Heuschnupfen:

- Verwendung frei käuflicher Antiallergika Tabletten (Wirkstoffe: Cetirizin, Loratadin)
- Verwendung frei käuflicher Augen- oder Nasentropfen (Wirkstoffe: Cromoglykat; Azelastin; etc.)
- Mittlerweile sind auch Kortisonhaltige Nasensprays frei verfügbar (Wirkstoff: Mometason)

Kleine Abszesse:

- Verwendung von "Schwarzer Salbe" (frei käuflich in der Apotheke)

Kopfläuse:

- Verwendung Läuse hemmender Shampoos
- Entfernung von Nissen
- Kontaktpersonen finden und behandeln
- Schule und Kindergarten und Freundeskreis checken

Fußpilzerkrankungen:

- Regelmäßige Anwendung der Pilzcremes
- Dauer der Therapie 3-6 Monate (die Hartnäckigkeit einer Fußpilzinfektion wird sehr häufig unterschätzt)
- Trockenhalten der betroffenen Areale (luftiges Schuhwerk)
- Desinfektion der Schuhe
- Nach Abheilung evtl. vorbeugende Anwendung von Pilzmitteln

Lidekzem:

- Lidekzeme sind meist anlagebedingt und treten nicht vorhersehbar auf. Sie sind meist  nicht auf bestimmt Faktoren zurückzuführen.
- Kompressen mit schwarzem Tee (Tee lang ziehen lassen, körperwarm verwenden).

Skabies (Krätze):

- Verordnete Creme sorgfältig anwenden (nach dem Eincremen NICHT die Hände waschen)
- Beim Eincremen darf KEINE Hautstelle ausgelassen werden! Man kann nie sagen, wo überall Milben sitzen.
- 2. Behandlung sinnvoll (Creme oder Tabletten) im Abstand von einer Woche nach der Erstbehandlung
- Kontaktpersonen finden und behandeln. Dies gilt auch für direkte Kontaktpersonen OHNE Beschwerden (Familie).
- Leib- und Bettwäsche 3 Tage lang täglich erneuern.
- Heilungsprozess und Hauterneuerung dauern ca. 4-8 Wochen (je nach Lokalisation).
- Die Creme gegen die Milben hilft NICHT gegen Jucken. Extra Therapie (Tabletten, Cremes) sind zu empfehlen.

Warzen:

- Warzen verschwinden oft von alleine. Übertriebene Therapie ist zu vermeiden.
- Hühneraugenpflaster können Warzen effektiv aufweichen
- Konsequente Verwendung von frei verkäuflichen Warzenmitteln. Dauer oft Wochen lang. Viele Patienten hören zu früh auf.